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Zwischenfälle im Bereich der BGS Abteilung Braunschweig- Teil III

29.09.1987  -  Völpke: Am Morgen um 08:45 Uhr beobachteten Zoll und BGS Kräfte eine große Präsenz von GT- Angehörigen zwischen eMGZ und SSZ. Um diese Zeit befanden sich bereits 12 Gresos am Ort. Um 09:15 Uhr wurde mit einem zeltähnlichen Gebilde irgendetwas abgedeckt. Danach wurde ein Loch im Zaun entdeckt, welches in den MGZ geschnitten wurde. Zettel und Flugblätter lagen auf dem Kontrollstreifen, dem Kolonnenweg und dem Gelände hinter dem Kolonnenweg. Um 14:28 Uhr wurde, nachdem die Plane am Zelt entfernt wurde, etwas wie “ein gekrümmter Gegenstand” erkannt. Jetzt gingen Zoll und BGS von einem Körper aus. Später stellte sich heraus, das es sich um den Bundesbürger Falk Schröder handelte. Er hatte sein Kfz in Offleben geparkt, ein Loch in den Zaun geschnitten, und sich auf dem Gebiet der DDR selbst getötet. Im Kfz fand die Polizei u. a. eine Musikkassette mit dem Lied “Spiel mir das Lied vom Tod” eine Bibel und zwei Plastikraster für je 50 Schuss Pistolenmunition mit dem Kaliber 7,65mm. Weitere Ermittlungen ergaben, das Anwohner in Offleben bereits zwischen 04:30 Uhr und 05:00 Uhr ca. 5 Schüsse gehört hatten. Falk Schröder war ein ehemaliger Bürger der DDR und war vor 1982 in die Bundesrepublik gekommen.
Mehr Information zu diesem Zwischenfall in einem Zeitzeugenbericht.

08.12.1987  -  Helmstedt: Im Bereich der B 1/BAB stellt ein Zollbeamter fest, das Unbekannte einen alten Landesgrenz- stein am Grenzpunkt 26 (18-e) entwendet haben. Die Nachsuche in der Umgebung erfolgt ergebnislos.

März 1988  -  Jerxheim: Der Bundesbürger Hartmut B. trat immer wieder im Grenzabschnitt auf, missachtete immer wieder den Grenzverlauf und erschien teilweise in Frauenkleider. Einmal richtete er auf dem ehemaligen K 10 einen “Mc- Donald Grillplatz” und bot den GT Angehörigen gegrillte Würstchen an. Er schoß dabei Leuchtmunition ab und setzte sich eine Bärenmaske auf. Das Gebiet der DDR verließ er immer dann, wenn er nach Hause wollte. Er wurde bei der Rückkehr in die Bundesrepublik immer wieder über den Grenzverlauf belehrt und auf die Gefahren hingewiesen. B. trat auch in anderen Grenzabschnitten an der Grenze zur DDR auf.

02.06.1988  -  Wirpketal: Am frühen Morgen dieses Tages flüchtet die Familie Schreyer in die Bundesrepublik. Es handelt sich um den Vater, Ehemann und Ehefrau sowie dem Kind. Der Ehemann war bereits im Februar legal in die Bundesrepublik gereist. Von diesem Besuch ist er nicht mehr in die DDR zurückgekehrt. Im April stellten seine Frau und sein Vater einen Ausreiseantrag. Der Vater des Schreyer wurde daraufhin als Fahrer beim II.Grenzbatt. abgelöst. Die Ehefrau wurde am 19.4. beim Rat des Kreises vorgeladen, um einen Sachverhalt zu klären. Ihr wurde klargemacht, das der Ausreiseantrag negativ beschieden werde. Außerdem wurde sie aufgefordert, die Scheidung einzureichen. Ferner wurde von ihr verlangt, eine Aufstellung des Wohnungsinventars und der Vermögenswerte einzureichen. Termin für die Abgabe war der 14. Juni d. Jahres. Parallel dazu liefen die Vorbereitungen zu Flucht im Westen. Von Westen kommend überquerte er die Grenze durch die hier unterirdisch verlaufende Wirpke, einem kleinen Bach, der an den Ein- und Ausgang zum unterirdischen Verlauf mit Sperrgittern gesichert war. Er holte seine Familie durch diesen verrohrten Teil der Wirpke in den Westen. Gegen 02:45 Uhr erreichten sie wohlbehalten das Bundesgebiet. Die Familie ging in den Ort Reinsdorf, und von dort wurde die Polizei in Schöningen angerufen. 

23.11.1988  -  Grasleben: Um 14:30 Uhr bemerkt ein Zollbeamter, dass der Landesgrenzstein Nr. 509 entwendet wurde. Der Grenzstein befand sich in einem ausgetrockneten Graben ostwärts der Ortschaft Grasleben.

01.12.1988  -  Helmstedt:  Am Morgen des Tages meldet sich bei der Polizei in HE eine männliche Person. Diese gab an, aus der DDR zu kommen. Bei der Vernehmung durch Beamte der GSA 4 - 1/S wurden seine Angaben angezweifelt, und die Person anschließend erkennungsdienstlich behandelt. Um 15:50 Uhr stand das Ergebnis fest. Ottersberg, alias Streich war bereits 1987 von Ostberlin aus in den Westteil der Stadt geflüchtet. Dort wurde er straffällig und zu drei Jahren Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt. Der Vorwurf damals lautete Diebstahl mit Waffe und schwerer Raub. Ottersberg wollte sich mit den falschen Angaben eine neue Identität verschaffen und wirtschaftliche Vorteile verschaffen.

26.02.1989  -  Helmstedt: Am frühen Morgen gegen 01:45 Uhr flüchtet ein Angehöriger der GT in die Bundesrepublik. Der 26 jährige Soldat war auf dem Beobachtungsturm, der direkt hinter der Autobahnbrücke steht eingesetzt. Während des Dienstes entwaffnete er zunächst die anderen beiden Soldaten und warf dann deren Waffen vom Turm. Anschließend zerstörte er die Fernmeldeeinrichtung. Danach kletterte er die Leiter herunter und lief die paar Meter in den Westen.

12.04.1989  -  Beendorf: Eine BGS-Streife hörte gegen 19:07 Uhr im Bereich der Beendorfer Straße einen Schuss. Kurze Zeit darauf sahen sie ca. 10 Greso und 2 Lkw vom Typ LO 2002a. Gegen 19:11 Uhr wurden im lauten Stimmengewirr Worte wie “ Halt! Stehenbleiben” deutlich von der Streife gehört. Gegen 21:30 Uhr wurde die Suchaktion auf DDR-Seite abgebrochen.

13.09.1989  -  Hohnsleben: Um 12:50 Uhr hört/sieht ein Mann, welcher sich bei Hohnsleben befindet, das 2 auf dem Kolonnenweg stehende Greso bis zu Schuss Richtung Bundesgebiet abgeben. Die Geschosse schlugen in einem Baumwipfel oberhalb des Mannes ein. Die Person wurde am nächsten Tag durch einen Beamten des BGS in Braunschweig befragt und der Tatort besichtigt.

17.09.1989  - Wetzleben: Südlich Wetzleben im Bereich Tönneckenbornweg befindet sich eine Person auf einem Hochsitz direkt in Grenznähe. Dabei wird er Zeuge, wie zwei männliche Personen durch Angehörige der GT festgenommen werden.Der Zeuge hörte das Durchladen der Waffen und konnte im Funkverkehr hören, wie mitgeteilt wurde, das zwei Personen festgenommen worden seien. Ferner konnte er hören, das die Personen 21 und 28 Jahre alt seien. Die Personen wurden unter Waffenandrohung zu einem LO geführt. 

17.10.1989  -  Beendorf: Gegen 11:25 Uhr scheitert im Bereich der “Beendorfer Straße” ein Fluchtversuch einer Familie. Eine BGS-Streife wird Augenzeuge der Festnahme. Es handelte sich um zwei Erwachsene und drei Kinder im Alter von 5 bis 13 Jahre. Die Personen wurden anschließend unter Waffenandrohung zu einem LKW abgeführt.

 

 

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