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Zwischenfälle im Bereich der BGS Abteilung Braunschweig - Teil II

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13.08.1969  -  Hohnsleben: Bei Hohnsleben glückt 7 Personen die Flucht in die Freiheit.

26.01.1971  -  Helmstedt: 2 Sowjetische Hubschrauber dringen in den Luftraum der Bundesrepublik ein. 2 BGS Hubschrauber
drängen sie ab.

20.04.1972  -   Helmstedt: Beauftragte der NVA-Grenztruppe dringen an der Autobahnbrücke Helmstedt - Marienborn auf
Bundesgebiet vor, um Buschwerk zu entfernen. Nach einem Protest ziehen sie sich zurück

25.06.1972  -  Büddenstedt: Auf dem Schützenfest in Büddenstedt erleidet ein Mann einen Schädelbruch beim fahren mit dem Autoscooter. Als Sanitäter ihn ins Krankenhaus bringen wollen, läuft der Mann in Richtung Wulfersdorfer Kippe davon. Dort läuft er direkt auf eine Streife der GT zu. Diese nimmt ihn fest.

21.04.1973  - Helmstedt: Flüchtlinge versuchen mit einem LKW die Sperranlagen innerhalb der GKSt. Marienborn zu durchbrechen. Nachdem eine Betonsperre die Fahrbahn blockierte, kippte der Lkw beim Aufprall um. Der Fahrer wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und lebensgefährlich verletzt. Zwei weitere Flüchtlinge setzten die Flucht zu Fuß fort und wurden dabei erschossen. Die Autobahn, bzw. Kontrollstelle wurde für 3 Stunden geschlossen. Der Vorfall passierte während des Osterreiseverkehrs (Ostermontag).

27.05.1973  -  Klein Schöppenstedt: Unweit der B 1 in der Nähe von Klein-Schöppenstedt stürzt ein sowjetisches Düsenflugzeug vom Typ Su-7M ab. Der Pilot hatte das westliche Radar unterflogen und war unentdeckt geblieben. Das Flugzeug wird später zerlegt den Sowjets in Helmstedt am Grenzübergang übergeben.

04.10.1975  -  Schöningen: Im Bereich “Mückenwinkel” südl. Schöningen wurde eine leblose Person gegen 15:25 Uhr auf einen LKW verladen. Unter der Decke war Verbandstoff erkennbar. Nachdem der Flüchtling abtransportiert war, erfolgte eine Nachsuche der GT mit Hilfe von Hunden.

17.02.1979  -  Hötensleben: Um 01:25 Uhr schreckten Schüsse die Bewohner von Hötensleben und dem Fährturm hoch. Mit 21 Schüssen verhinderten 2 Grenzsoldaten (1 Gefreiter, 1 Soldat) die Flucht einer Person aus Hötensleben. Die Person wurde in die GK Hötensleben gebracht. Die Soldaten bekamen als Belohnung Geldprämien und der Soldat eine vorzeitige Beförderung zum Gefreiten.

31.07.1979  -  Klein-Vahlberg (Asse): 4 Personen flüchten mit einem landwirtschaftlichen Sprühflugzeug. Es handelte sich um den Piloten mit seinem Kind, sowie seiner Frau ebenfalls mit ihrem Kind. Das Flugzeug kam aus dem Raum Halberstadt. Die Grenze überflog das Flugzeug im Bereich “Zusammenfluß” südostwärts von Söllingen. Nach einigen Tagen kamen aus der DDR Arbeiter, bauten das Flugzeug auseinander, verluden es und brachten es wieder in die DDR. Diese mußte eine Rechnung über 2.129,50 DM begleichen. Entschädigung für den Landwirt sowie Bewachungskosten für den BGS.

19.05.1980  -  Rhoden: Der Zieselbach fließt westl. von Rhoden an der Grenze durch eine Röhre in den Westen. Ein 14 jähriger Schüler aus Rhoden flüchtet durch diese Röhre in die Bundesrepublik. Während eines starken Gewitters watet er durch die Röhre. Er hatte Angst, in der DDR in einen Jugendwerkhof zu kommen. Nachdem seine Mutter mehrmals mit ihm telefonierte, wurde er am 1. Juli 1980 über Helmstedt-Marienborn wieder zu seiner Mutter zurückgebracht. Während des Aufenthaltes in Hornburg wurde er dort vom Kreisjugendpfleger Dandyk betreut. (hier der ausführliche Bericht)

04.06.1980  -  Wirpketal: Bei Minensucharbeiten durch Pioniere im Wirbpketal detoniert eine Mine und verletzt einen Soldaten. Dieser wird von 2 Kameraden zu einem San.Kfz gebracht. Die Arbeiten werden unterbrochen, später eingestellt.

15.04.1981  - Beendorf: Eine Flugschülerin überfliegt bei einem Alleinflug die Grenze versehentlich bei Helmstedt. Sie war vom Segelflugplatz Höpen bei Schneverdingen gestartet. Es handelte sich um eine Flugzeug vom Typ K-8. Zwei sowj. Hubschrauber von den Flugplätzen Behnsdorf und Mahlwinkel zwangen das Segelflugzeug zur Landung westlich von Beendorf. Die Pilotin konnte am 05. Mai wieder in die Bundesrepublik zurückkehren. Die DDR verlangte Gebühren von 3.000 Mark. Die Pilotin betreibt heute eine Kinderarztpraxis in Bremen.

29.04.1982  -  Grasleben: Drei Personen, alle Bauarbeiter, flüchten an diesem Tag mit einer Planierraupe nach Grasleben. Sie durchbrachen mit der schweren Planierraupe alle Sperranlagen, lösten SM-70 aus. Nach der Flucht verhandelte EPHK Klode vom BGS in Braunschweig mit dem GT. Major Höhne (23. Gr.Regiment- zuständig für das Pionierwesen) über die Rückgabe der Raupe. Die  DDR schickte anschließend “zivile Bauarbeiter” um die Planierraupe wieder auf DDR Gebiet zurückzubringen. 

05.05.1982  -  Wirpketal: Westlich von Sommersdorf flüchtet der GT Gefreite Decker in den Westen. Zuvor hatte er seinen Postenführer Knospe mit 4 Schüssen aus seiner Kalaschnikow erschossen. In der DDR wurde Decker am 09.05. in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Am 20.12.1982 verurteilte das LG Braunschweig den Flüchtling zu 5 Jahren Jugendstrafe wegen Totschlag.

01.01.1983  -  Reinsdorfer See: In der Nacht zum 01.01. flüchtet um 22.15 Uhr der 22 jährige Weißgerber in den Westen. Dabei löste er eine SM-70 aus, Splitter drangen in seine Beine ein. Danach überwand er den eMGZ und schleppte sich dann schwerverletzt in die Ortschaft Reinsdorf. Danach verbrachte er 14 Tage im Krankenhaus in Helmstedt. Am 23.8. berichtet die Braunschweiger Zeitung, das W. in der DDR einen Raubmord begangen haben soll. Er kommt in der Bundesrepublik vor Gericht und wird am 21.10.1985 zu lebenslanger Haft verurteilt.

07.03.1983  -  Göddeckenrode: Ein Bundesbürger suchte erst das Gespräch mit Gresos und unterhielt sich über Sport mit ihnen. Dann wurde er von hinzugekommen GT-Angehörigen festgenommen und nach Magdeburg in die dortige Haft- anstalt gebracht. Am 22.04.1983 wurde er von einem Gericht in Ost-Berlin zu 15 Mon. Haft wegen Grenzverletzung ver- urteilt. Der Bundesbürger wurde am 19.05. um 18:40 Uhr über Herleshausen in den Westen abgeschoben.

10.06.1985  -  Interzonenstrecke: Der Bundesbürger Prillwitz alias Prill täuschte eine Flucht mit der Bahn vor. Nach erkennungsdienstlicher Behandlung wurde bekannt, das es sich um den gesuchten Prillwitz handelte, gegen den in Berlin, Lüneburg und Schleswig Ermittlungsverfahren anhängig waren.

17.06.1985  - Runstedter Straße: Um 10:07 Uhr besetzten 25 Aktivisten von Robin Wood DDR Gebiet und errichteten auf halber Höhe der Wulfersdorfer Kippe ein Lager. Ca. 100 Luftballone stiegen in die Höhe, 5 Zelte wurden aufgebaut, Transparente wurden entrollt. Um 17:05 Uhr forderten die GT die Personen zum Verlassen der DDR auf. Um 20:00 Uhr kehrten die Aktivisten freiwillig in den Westen zurück. Der BGS führte eine Personalienkontrolle durch. Die Einsatzstärke des BGS betrug 3/7/14.

05.10.1985  -  Jerxheim: Um 18:50 Uhr täuschte der Bundesbürger Vogel, alias Schäfer vor, aus der DDR geflüchtet zu sein. Bei der Polizei in Schöningen stellte sich heraus, das V. durch die StA Siegen zur Festnahme wegen Diebstahl ausgeschrieben war.

14.10.1985  -  Rimbecker Straße: Die Grenzverletzung eines DDR Offiziers (Olt) wurde erstmals fotografisch dokumentiert. Der Olt. gehörte zu einer Gruppe von 3 GAKl, die GZD und BGS Beamte bei der Grenzbegehung beobachteten. Auf den vor Ort eingelegten Protest des SB Sicherheit reagierte der Oberleutnant nicht.

03.06.1986  -  Brunnental: In den frühen Morgenstunden meldete sich beim GSE HE-Bhf. eine männliche Person die behauptete, aus der DDR geflüchtet zu sein. Bei einer Durchsuchung wurde sein bundesdeutscher PA gefunden. Dieser war auf den Namen Uhlmann ausgestellt. Die Person hatte zuvor angegeben der Name wäre Eulitz. Mit der vorgetäuschten Flucht wollte er sich günstige Kredite verschaffen.

07.12.1986  -  Mattierzoll: In den Morgenstunden des 7.12. flüchten westl. von der alten R 79 zwei sowj. Soldaten. Sie stammen vom San. Bataillon 58760 in Grimma. Zwei Tage zuvor desertierten sie von der Einheit. Unterwegs stahlen sie einen Lada und orientierten sich mit einer Karte. Über Leipzig, Osterwieck und Hessen gelangten sie hier in die Nähe der Grenze. Die beiden Soldaten stammten aus Estland, fühlten sich in der Armee aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt und schikaniert. Sie sprachen nur mäßig russisch. Auf eigenen Wunsch wollten sie weiter in die USA reisen. Beim übersteigen des des SSZ lösten die Soldaten Alarm aus, hatten aber das Glück, das sie nicht entdeckt wurden.

 

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